Sebastian Bodinus
stammte aus »Gotha in Sachsen« und wurde 1718 zunächst als Lakai und »Hautboist« in Karlsruhe angestellt. 1723 erfolgte seine Entlassung, er trat als Violinist in württembergische Dienste und stieg in Stuttgart zum »Premier Violinist« auf. 1728 kehrte er nach Karlsruhe zurück und erhielt im selben Jahr die Ernennung zum Konzertmeister. Während des Polnischen Thronfolgekrieges scheint Bodinus wie zahlreiche andere Hofmusiker für einige Jahre seine Stelle verloren zu haben, in jedem Fall ist seine Wiedereinstellung im Oktober 1736 aktenkundig. Als Konzertmeister besoldet, versah Bodinus die Aufgaben des Kapellmeisters, ohne jedoch den Titel zu erhalten. 1738 wurde er erneut entlassen. Für die Jahre bis zur erneuten Wiederanstellung 1747 liegen nur spärlich Nachrichten vor, wahrscheinlich hielt sich Bodinus zumindest einige Zeit in Basel auf. Doch auch diese letzte Karlsruher Amtszeit dauerte nicht lang, die Akten vermelden, dass er 1752 »ausgewichen« sei. 1758 wurde Bodinus in das »Tollhaus« zu Pforzheim eingeliefert und starb dort am 19. März 1759.
Bodinus bekanntes kompositorisches Schaffen umfasst ausschließlich Instrumentalmusik, vor allem Kammermusik (Sonaten, Triosonaten und Quartette), die zu einem großen Teil auch im Druck erschien.
