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Wilhelm Cramer

Wilhelm Cramer wurde am 2. Juni 1746 in Mannheim getauft. Der Vater, Jacob Cramer, war Musiker in der Hofkapelle des Kurfürsten Carl Theodor. Wilhelm wurde vermutlich zunächst von seinem Vater, später von Johann Stamitz und Christian Cannbich unterrichtet. Dass der Knabe bereits im Alter von 10 Jahren in die Hofkapelle aufgenommen wurde spricht für sein großes Talent. Seit 1756 erscheint er als Accessist (Stellenanwärter) und seit 1761 als »Hof Violinis«t in den Akten. 1765 trat er mehrfach im niederländischen Den Haag auf und hielt sich 1769/70 für ein Jahr – vermutlich  auf Einladung Herzog Christian IV. von Zweibrücken – in Paris auf. Als Solist in den Concerts spirituels wurde er von Kritik und Publikum bejubelt.
Wegen der eingeschränkten Perspektiven, die sich Cramer in Mannheim boten, da die leitenden Positionen in der Hofmusik auf Dauer besetzt waren, verließ Cramer im Winter 1772/73 Mannheim und ließ sich ohne Zustimmung des Kurfürsten in London nieder. Vermutlich hatte Johann Christian Bach, der 1772 den Mannheimer Hof besuchte, Cramer zum Weggang zugeredet und Kontakte in der englischen Metropole hergestellt. Schon am  20. Februar 1773 gab Cramer dort sein erstes Konzert und zwar in der von Bach mit veranstalteten Reihe der Bach-Abel-Konzerte.
In London gelang Cramer eine beachtliche Karriere als Violinvirtuose, vor allem aber als »Leader«, d. h. als Orchesterleiter. International beachtet wurde auch seine Mitwirkung bei den Händel-Gedenkfeiern in Westminster Abbey.
Cramers Stern begann um 1790 zu sinken, als ihm besonders in der Person von Johann Peter Salomon starke Konkurrenz erwuchs. Bereits vor Salomon stand Cramer in Kontakt mit Joseph Haydn und suchte ihn zu einer Reise nach Englan zu bewegen. Wilhelm Cramer starb am 5. Oktober 1799 in London.

 

 

Werke

Solokonzerte (die Erstdrucke erschienen im Pariser Verlag Sieber)

8 Violinkonzerte

La Chasse für Violine und Orchester [1776]

 

Kammermusik

Six Trio Dialogués für zwei Violinen und Violoncello, Paris [1769]; Nachdruck u.a. als:

     Six Sonatas op. 1, London

Six Sonates für Violine und Basso, Paris [ca. 1772]

Six Trios für zwei Violinen und Basso, Paris oder London [1773]

Six Solos für Violine und Violoncello ,ebd. [1781]

Six Quatuors für zwei Violinen, Viola und Violoncello, Paris [1782]

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