Wilhelm Cramer
Wegen der eingeschränkten Perspektiven, die sich Cramer in Mannheim boten, da die leitenden Positionen in der Hofmusik auf Dauer besetzt waren, verließ Cramer im Winter 1772/73 Mannheim und ließ sich ohne Zustimmung des Kurfürsten in London nieder. Vermutlich hatte Johann Christian Bach, der 1772 den Mannheimer Hof besuchte, Cramer zum Weggang zugeredet und Kontakte in der englischen Metropole hergestellt. Schon am 20. Februar 1773 gab Cramer dort sein erstes Konzert und zwar in der von Bach mit veranstalteten Reihe der Bach-Abel-Konzerte.
In London gelang Cramer eine beachtliche Karriere als Violinvirtuose, vor allem aber als »Leader«, d. h. als Orchesterleiter. International beachtet wurde auch seine Mitwirkung bei den Händel-Gedenkfeiern in Westminster Abbey.
Cramers Stern begann um 1790 zu sinken, als ihm besonders in der Person von Johann Peter Salomon starke Konkurrenz erwuchs. Bereits vor Salomon stand Cramer in Kontakt mit Joseph Haydn und suchte ihn zu einer Reise nach Englan zu bewegen. Wilhelm Cramer starb am 5. Oktober 1799 in London.
Werke
Solokonzerte (die Erstdrucke erschienen im Pariser Verlag Sieber)
8 Violinkonzerte
La Chasse für Violine und Orchester [1776]
Kammermusik
Six Trio Dialogués für zwei Violinen und Violoncello, Paris [1769]; Nachdruck u.a. als:
Six Sonates für Violine und Basso, Paris [ca. 1772]
Six Trios für zwei Violinen und Basso, Paris oder London [1773]
Six Solos für Violine und Violoncello ,ebd. [1781]
Six Quatuors für zwei Violinen, Viola und Violoncello, Paris [1782]
