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Die Residenzen – Karlsruhe

Karlsruhe

Seit 1535 war die Markgrafschaft Baden in ein protestantisches (Baden-Durlach) und ein katholisches Territorium (Baden-Baden) geteilt. Zunächst residierte der evangelische Zweig des Hauses Baden in Pforzheim, seit 1565 in Durlach.

Nachdem im Pfälzischen Erbfolgekrieg Durlach weitgehend zerstört worden war, gründete Markgraf Carl Wilhelm (1679–1738) in der Rheinebene im Jahr 1715 die Stadt Karlsruhe und ließ ein neues Schloss mit einem Theater errichten. Der Markgraf hegte eine besondere Vorliebe für das Musiktheater und machte Karlsruhe in den 1720er Jahren zu einer wichtigen Spielstätte der frühdeutschen Oper. Nach einem längeren Interregnum trat 1746 der erst 18-jährige Markgraf Carl Friedrich (1728–1811) die Regentschaft an. 1751 heiratete er Caroline Luise von Hessen-Darmstadt (1723–1783), eine kunstsinnige Frau, die sich als Malerin und Sammlerin einen Namen machte. Das Herrscherpaar war darüber hinaus auch sehr Musik liebend – Carl Friedrich spielte Traversflöte, Caroline Luise Cembalo –, jedoch verzichteten sie auf vordergründige Prachtentfaltung.

Durch einen Erbschaftsvertrag geregelt, kam es 1771 nach dem Tode des letzten Markgrafen der Baden-Badener Linie zu einer Wiedervereinigung der badischen Markgrafschaften, Residenz blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Karlsruhe. Als Mitglied des Rheinbundes gewann Baden große Territorien hinzu, von 1803 bis 1806 wurde es kurzzeitig Kurfürstentum und bestand danach als Großherzogtum bis 1918.

 

Die baden-durlachische bzw. badische Hofkapelle gehört zu den Institutionen, die eine vergleichsweise lange und kontinuierliche Geschichte aufweisen. Hofmusiker am baden-durlachischen Hof sind nach dem Dreißigjährigen Kriege spätestens seit 1662 nachweisbar. Die badische Hofkapelle bestand als Hoforchester bis 1918 und hat ihren Nachfolger in der heutigen Badischen Staatskapelle Karlsruhe.

Die Hofmusik im 18. Jahrhundert unterlag größeren Schwankungen, die Kapelle gehörte jedoch zu den mittelgroßen Ensembles im südwestdeutschen Raum. Von überregionaler Bedeutung sind Johann Melchior Molter (1696–1765) und Joseph Aloys Schmittbaur (1718–1809), die als Kapellmeister die Geschicke der Hofmusik leiteten.

 

SWR2 Manuskript

Markgräfin Karoline Luise von Baden. Die gebildete Meistersammlerin (Pia Fruth)